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Vogalonga 2006

Viaggio ,Viaggio dal Bodensee, Rhein e a Venezia anno 2006

 

 

Unsere Reise fing am Montagmorgen, den 29. Mai um 5.30 Uhr vor dem Bootshaus schon gut an, als unsere Mannschaft ratlos um den Bootsanhänger herum stand, weil das Stützrad der Deichsel sich nicht einklappen lies.

„Das schrauben wir ab!“ – Werkzeug ist schnell bei der Hand und – doch halt! Es muss doch auch anders gehen. Gerald fand mit Scharfsinn (und ein bisschen Kraft) den Dreh, wie man das Ding ’dreht’. Dann ging’s endlich los.

Das nächste Abenteuer mit dem Bootsanhänger lauerte schon auf uns: Ein Fahrzeug der Autobahnpolizei in Sachsen-Anhalt zog unseren Konvoi aus dem Verkehr und lotste uns auf eine Nebenstraße. Man hatte die TÜV-Plakette an unserem Bootsanhänger ausgespäht und festgestellt, dass diese abgelaufen ist! Was hatte uns der RC NARVA denn da für ein Schund angedreht? Zum Glück durften wir aber doch weiter fahren; mit Auflagen allerdings. Die weitere Fahrt an diesem Tag verläuft dann ohne größere Probleme, mal abgesehen von einem Stau, der uns eine weitere Stunde kostet. So treffen wir endlich gegen 19.30 Uhr beim Ruder Club Kreuzligen (CH) ein.

Am nächsten Morgen ist erstmal Boote abladen, zusammen bauen und Anhänger zum TÜV nach Deutschland bringen, angesagt. Während wir noch an den Booten schrauben, ver-schlechtert sich zusehends das Wetter. Immer wieder zwingen uns kurze, heftige Schauer in die Bootshalle des RCK zu flüchten. Bis die Fahrtenleitung mit dem Anhänger und einer nagelneuen TÜV-Plakette zurückkommt, ist es Mittag. Pisi, der VL hält seinen Finger in den Wind und meint: „Wetter gut. Zum Rudern geeignet!“? Also: Boote zu Wasser und hinaus gerudert auf den Bodensee. Aber schon nach einigen hundert Metern zeigt sich, dass unser Vierer nicht für dieses Wetter gemacht ist. Während die anderen Boote trotzig dem Unwetter entgegen fahren, schleichen wir in Ufernähe zurück zum Steg und bergen unsere Spreewald mühsam im Unwetter.

Ergebnis meiner 1. Rudertour auf dem Bodensee: „Ins Wasser gefallen“.

Am Mittwoch, 31. steht Rudern von Kreuzligen nach Stein am Rhein auf dem Plan. Da es am Morgen sehr kalt ist und stark regnet, findet die Fahrtenbesprechung noch im Nachthemd in der JH statt. Der VL verschiebt den Start von 7.00 Uhr auf 9.00 Uhr.

Dann geht es aber los und erst mal auf dem Wasser, ist der Ruderer glücklich. Der Himmel ist mit schweren Wolken verhangen, ein Wind bläst uns entgegen – aber es regnet nicht. So nehmen wir Abschied vom Bodensee (Obersee) und rudern zwischen Konstanz und Kreuzligen rheinabwärts. Auf dem Untersee, hinter den Städten, sieht es dann auch aus der Sicht des Ruderers, wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche, so aus, als würde die Strecke nach vorn leicht abfallen... Die Strömung tut ihr Übriges: Im Fluss befindliche Pfähle kündigen sich durch lautes Rauschen an, denn der Wasserdruck erzeugt eine weithin sicht- und hörbare Bugwelle am Poller. Gut, dass wir mit Zille einen erfahrenen Steuermann für unser Boot gefunden haben!

Während der Ankunft in Stein am Rhein dann noch ein kleine Malheur: Beim Anlegen gegen die Strömung bricht mir eine Dolle ab. Riemen und Dollenbruch?

Neuer Tag, neues Glück! Am Donnerstag verabschieden sich unsere Boote von Stein am Rhein, denn wir wollen mit ihnen nach Schaffhausen und dort sollen sie dann gleich für den weiteren Transport verladen werden. Mittlerweile ist der Rhein auf ein überschaubares Maß geschrumpft und an den Ufern gibt es einiges zu sehen. Wenn das Wetter noch ein bisschen besser wäre, gäbe es an der Strecke nix zu mäkeln. Aber heute erwischt es uns kalt: Ein nicht enden wollender Regenschauer begleitet uns mehrere Kilometer des Wegs.

 

Am Ziel verfehlen wir dann um ein Haar den Anleger des RC Schaffhausen. Wäre da nicht Iljitsch mit seinem Adlerauge: Er hat unseren Bootsanhänger auf dem Gelände des RCS erspäht. Wir können gerade noch rechtzeitig wenden und am Bootshaus festmachen. Beinahe wäre unsere Urlaubsfahrt ein echter Rheinfall geworden!

Die Fischerin vom Bodensee haben wir zwar nicht kennen gelernt, dafür aber Martina, die Wirtin vom RC Schaffhausen. Sie erwartet uns mit einem zauberhaften Mittagstisch und wir verbringen einen fröhlichen Nachmittag im Klubhaus des RCS. Zum Abschluss des Tagesausflugs besichtigten wir Ruderer noch den Rheinfall, aber aus sicherer Perspektive.

Freitag früh heißt es Koffer und Seesäcke packen. Weiter geht es über Schaffhausen zur Autobahn und dann ab in den Süden. Bis Venedig bzw. Mestre liegt noch ein recht ordentliches Stück vor uns.

Den Zeltplatz Alba D’Oro in Mestre erreichen wir erst am späten Nachmittag. Nach Abladen von Gepäck und Fahrgästen fahren die Ruderer weiter nach Venedig zum Fährhafen, denn die Boote müssen noch zum Sattelplatz. Mittlerweile bricht die Dämmerung herein. Wir finden uns auf dem Oberdeck des Fährschiffs ein, um den sehr schönen Blick über die Dächer der Lagunenstadt zu genießen. Auf dem LIDO –es ist mittlerweile stockdunkel- legen wir die Boote auf dem Gelände des Kanu- und Ruderclubs “Circolo Canottieri Diadoro“ heimlich in eine dunkle Ecke ab und machen uns auf den Rückweg. In unserem Lager, das mittlerweile von den ’daheim’ gebliebenen, bezogen und eingerichtet wurde, treffen wir erst gegen 23.30 Uhr ein. Na, morgen können wir ja ausschlafen…

Pustekuchen! Halb sechs stehe ich im Bett, weil ein Düsenjäger durch unser Zimmer donnert. Wie bekloppt muss man eigentlich sein, genau neben der Startbahn eines internationalen Flughafens seine Zelte aufzuschlagen?

Nach dem Frühstück macht sich unser kleiner Trupp mit Werkzeug und Ausrüstung auf den Weg zum LIDO, die Boote für die Vogalonga klar zu machen.

Auf dem Platz neben dem Bootshaus des C.C Diadoro herrscht bereits reges Treiben. Ruderer aus allen Ecken Europas schrauben, kleben, feilen und murxen an ihren Booten herum. Zille hat einen geheimen Plan, wie er unseren Vierer verwandeln will und so entsteht nach und nach ein Unikum von Boot, das die Welt noch nicht gesehen hat.

Zum Nachmittag tauchen wir dann ein in das Gewimmel der Touristen auf dem Markus-Platz und in den Gassen von Venedig.

 

 

4. Juni 2006 Pfingstsonntag: VOGALONGAAAA !

04.30 Uhr in der Früh ist Wecken. Dann geht es los zum Bootsplatz auf den LIDO. Hier stellt sich raus, dass sich das frühe Aufstehen gelohnt hat. Denn der Sportverein verfügt nur über einen einzigen Steg (!), über den alle ins Wasser müssen. Gegen halb neun treffen wir vor dem Markus-Platz mit unserem frisierten Vierer ein und reihen uns in die Schar der Boote, die sich dort zum Start versammeln. Es bleibt ein halbes Stündchen für Fotos und letzte Vorbereitungen.

Schlag neun Uhr fällt der Startschuss. Die Regatta beginnt - Tutta la forza - mit voller Kraft. Auch der Frühling ist wieder mit von der Partie. Gegen Mittag, zur Wende in Burano legen wir eine Pause am Ufer ein, bevor es zurück nach Venedig geht. Abgesehen von einigen kleineren Rempeleien mit anderen Booten, verläuft die Fahrt bis zur Einfahrt nach Venedig in den Canal Cannaregio, ohne Probleme. Aber dann geht’s Bordwand an Bordwand ab durchs Nadelöhr! Hinten wird geschoben, vorn gedrängelt... dazwischen überall Riemen, Skulls, Paddel, Blätter, Stangen... und ohrenbetäubender Lärm. Nicht genug, dass es hier laut ist, auch alle Kirchenglocken der Stadt müssen ausgerechnet jetzt bimmeln. Und wem das nicht reicht: Vorn kommt eine Brücke, da wird’s noch enger! Mein Kopf dröhnt und klingelt auch schon. Unserer Steuerfrau Bärbel stehen die Schweißperlen auf dem Gesicht. –

’Stunden’... später, haben wir es dann aber geschafft und landen im Canal Grande. Hier ist wieder mehr Platz und es geht voran. Dann ist auch der Markus-Platz erreicht: Zieleinlauf. Noch mal etwas Durcheinander vor der Tribüne; wir bekommen unsere Urkunden und Erinnerungs-Medaillen und sind entlassen. Nun ab zum LIDO, Boot raus und damit ist die Vogalonga 2006 erfolgreich beendet – WIR WAREN DABEI!

 

 

Der Rest ist schnell erzählt:

Am Pfingstmontag (hier in Italien kein Feiertag) ist für uns Ruhetag angesetzt. Alle sind “in Familie“ unterwegs, Stadt, Insel(n) und Umland zu erkunden.

Dienstags Ausfahrt mit zwei Booten nach Burano, noch mal auf dem Weg der Vogalonga, heute jedoch bei normalem Schiffsverkehr. In Burano kleines Missgeschick: Das Steuer von der Spreewald wird beschädigt. Aber mithilfe eines Provisoriums kann die Fahrt fortgesetzt werden. Wir beeilen uns zurück zu kommen, denn vom Festland zieht ein Unwetter auf, und das sieht ziemlich böse aus. Aber – Glück im Unglück: Es erreicht uns erst auf dem Zeltplatz!

Mittwoch ist wieder Ruhetag. Wir noch mal nach Burano, mit den Frauen auf’m Dampfer.

Donnerstag: Rudertour mit zwei Booten nach Pelestrina (der Gemüseinsel).

Freitag: Fakultativer Ausflug nach Padua (Busfahrt). Unterwegs Besichtigung der Villa Pisani.

Samstag geht’s dann ab nach Norden, Richtung Berlin/Deutschland. Eine letzte Übernachtung unterwegs in Bayreuth, JH.

Sonntag, den 11. Juni erreichen wir kurz nach Mittag wieder unser Bootshaus in Friedrichshagen.

Sehr schöne Reise, alles hat gut geklappt, keine Verluste an Menschen und Material zu beklagen. Herzliches Dankeschön an unseren VL und alle, die zum Erfolg der Reise beigetragen haben!

 

 

Dietrich Müller