Es geschah, was noch nie geschah. Doch wir wissen, viele Bomben fielen in den Müggelsee, in die Spree und andere Gewässer. Seit dem Kriege, fuhren wir und alle anderen ahnungslos (?) darüber hinweg. Also, was ging vor sich am Mittwochnachmittag in diesem nasskalten August?
Es war schaurig-regnerisch, kühl und stark windig. Ein Wetter, an dem man keinen Hund vor die Tür setzt. So waren einige Alte Herren nicht zu unserer üblichen Rudertour erschienen und auch nicht die Damen. Doch einige unerschrockene waren da um 14 Uhr 30. Und, oh Wunder, lösten sich die Wolken auf und die Sonne strahlte. Der Wind wehte aber weiter so stark, dass wir uns nicht über den Müggelsee wagten. Also ging es im Vierer auf der geliebten Spree und Dahme nach Wendenschloss. Reichlich verschwitzt und leicht erschöpft genossen wir das kühle Bierchen dort, wie zuvor schon oft im Kreise der trauten Damen und Herren.
Auf der Rückfahrt hatten wir richtig warmes Sommerwetter. Schweißnass und fast ausgepowert nach flotter Tour, erreichten wir den Verein dann aber doch nicht. Schon ab Köpenick wunderte ich mich, dass es keinen Gegenverkehr mehr gab. Etwa 1000m vor dem Ziel kamen uns zwei Skiffs entgegen. Einer rief: Ihr kommt nicht durch! Sie haben eine Bombe gefunden! Wir haben unsere Boote über Land an der Sperre vorbei getragen. Dann sahen wir das quer gestellte Polizeiboot vorn am Yachthafen. Was sollten wir tun? Auf dem Wasser durften wir nicht durch, über Land konnten wir den Vierer nicht tragen. Ein Versuch, an der Polizei vorbei zu schleichen, wurde eindeutig gestoppt. Jetzt waren wir sauer, den ersehnten, nahen heimatlichen Steg, die warme Dusche und den erholsamen Trunk auf der sommerlichen Terrasse nicht erreichen zu können. Frustriert ruderten wir zurück und stellten das Boot bei Energie Köpenick auf dem Bootsplatz ab. In verschwitzten Hemden und kurzen Hosen, leicht riechend, ging es per Straßenbahn nach Hahns Mühle.
Dirk E. war so nett, 5 Jungmännern eine außerordentliche Trainingseinheit zu verordnen. Am Montag rannten sie zu Energie und holten freundlicherweise das Boot zurück. Aber das hätten eigentlich wir doch tun müssen. Wir, das sind Klaus T., Bernhard (Paulchen) Sch., Horst B. Walter S. und ich.
Doch was mit der Bombe?
Im Yachthafen sagte mir eine Geschäftsfrau, die es genau von ihrem Mann erfahren hatte: Gott sei Dank, sie haben nur ein altes Kunststoffrohr gefunden.
Günter K. 15.09.2007